Was muss ich beachten, wenn ich mit Bienen wandern will?

Mit Bienen wandern? Klingt seltsam, hat jedoch für Imker und Imkerinnen Relevanz, wenn man Honige ernten will, die es am Stammsitz nicht gibt. Gemeint ist damit das Verstellen von Bienenvölkern über das Gebiet oder die Gemarkung einer Gemeinde/Stadt hinaus.

Wer dies beabsichtigt, muss jedoch gesetzliche Vorschriften einhalten. Die Regelungen zu einer Bienenwanderung sind in der Bienenseuchenverordnung enthalten. Dort konkret in den §§ 5 und 5a.

Für Imkerinnen/Imker ist u.a. vorgeschrieben:

  • Man benötigt eine Bescheinigung aus der hervorgeht, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt.
  • Diese sogenannte Gesundheitsbescheinigung darf nicht vor dem 1. September des vorhergehenden Kalenderjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein.
  • Am neuen (Wander-)Standort muss der dort zuständigen Behörde (in der Regel das Veterinäramt) oder eine von ihr beauftragten Stelle unverzüglich die (Gesundheits-)Bescheinigung des  Herkunftsortes vorgelegt werden.
  • Am Bienenstand von Bienenvölkern, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden (also am Wanderstandort), muss ein Schild mit Namen und Anschrift des Bienenbesitzer sowie die Zahl der Bienenvölker in deutlicher und haltbarer Schrift gut sichtbar angebracht werden. 
  • Die zuständige Behörde kann Ausnahmen zulassen, wenn Belange der Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen (zum Beispiel kann das Veterinäramt anordnen, dass die Gesundheitsbescheinigung nicht beim Veterinäramt, sondern bei einem Beauftragten eines Imkervereines hinterlegt wird).

Eine Gesundheitsbescheinigung stellt übrigens ein Bienensachverständiger des Herkunftsortes aus. Näheres hierzu siehe Rubrik Bienensachverständige.

Unabhängig hiervon ist die weitere Voraussetzung für eine Wanderung mit Bienen, dass man für den Wanderstandort eine Genehmigung des Grundstückeigentümers zur Aufstellung von Bienenvölkern hat. Deshalb: Um unnötigen Ärger zu vermeiden, nicht unbefugt fremde Grundstücke nutzen. Man ist gut beraten, sich vor der Wanderung darum zu kümmern.

Kurzer Rückblick: In Baden-Württemberg gab es früher eine Wanderordnung der Imker-Landesverbände. Dort war z.B. geregelt, dass eine Bienenwanderung einem als Wanderwart genannten Imker oder Imkerin des jeweils zuständigen Imkervereins gemeldet und die Gesundheitsbescheinigung dem Wanderwart ausgehändigt werden musste. Ferner war es geregelt, dass der Wanderimker den Anweisungen des Wanderwartes Folge leisten musste. Auch erteilte der Wanderwart für einen Platz im Staatswald, den sich der Wanderimker im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstbeamten ausgesucht hatte, seine Zustimmung durch die Unterschrift auf der Gesundheitsbescheinigung. Diese Wanderordnung ist nicht mehr gültig. Heute gibt es nur noch ergänzende Wanderempfehlungen der Imker-Landesverbände Baden-Württemberg (siehe nachfolgenden Link), wobei u.a. darauf hingewiesen wird, dass ein Wanderimker bei der Suche nach einem geeigneten Aufstellungsplatz die Hilfe von Imkern in Anspruch nehmen kann, die in vielen Imkervereinen noch als Wanderwarte geführt werden.

Allerdings ist zu beachten, dass sich Wanderimker stets an die Bienenseuchenverordnung halten müssen, d.h. ihre Bienenwanderung bei der zuständigen Behörde durch Vorlage der Gesundheitsbescheinigung anmelden müssen, die Behörde wiederum diese Vorlage- und Anmeldepflicht aber auch an die örtlichen Imkervereine delegieren kann. Dies kann bedeuten, dass sich Wanderimker sehr wohl bei Wanderwarten und Bienensachverständige des jeweiligen Imkervereines melden müssen! Für Wanderimker gilt deshalb, sich vor einer beabsichtigten Wanderung zu informieren.

Hinweis: In anderen Bundesländern gibt es eigene Regelungen, auch sogenannte Wandergesetze. Rechtzeitige Einholung von Informationen hierzu ist ratsam.

Sofern Sie beabsichtigen, mit Ihren Bienenvölkern in den Bereich unseres Vereinsgebietes wandern zu wollen, können Sie vorher gerne Kontakt mit einem der nachgenannten Imkerinnen/Imker oder Bienensachverständige (siehe gesonderte Rubrik) aufnehmen, um weitere Informationen hierzu und auch zu geeigneten Standorten oder Trachtverhältnissen in Erfahrung zu bringen.


Zuständige Ansprechpartner im Vereinsbereich (Wanderwarte)

 

73340 Amstetten und Reutti:

Jürgen KLUSIK

Schlehenbühl 6

73340 Amstetten

Telefon: 07331 715669

 

 

89173 Lonsee und Urspring:

Hans NAKOINZ

Breiter Weg 25

89173 Lonsee-Urspring

Telefon: 07336 6924

 

89191 Nellingen und Aichen:

Kurt REHM

Steinbosstr. 39

89191 Nellingen

Telefon: 07337 6777

 

73340 Hofstett-Emmerbuch und Schalkstetten:

Hansjörg SCHMID

Beim Rot 2

73340 Amstetten-Hofstett

Telefon: 07336 5458

 

 

89173 Lonsee-Ettlenschieß:

Hans SEIBOLD

Fliederweg 8

89173 Lonsee-Ettlenschieß

Telefon: 07336 6663

 

89191 Oppingen:

Maria SCHALL

Geislinger Str. 10

89191 Nellingen-Oppingen

Telefon: 07337 6165

 

89160 Scharenstetten sowie 89173 Radelstetten und Luizhausen:

Uwe KRAUSE

Hohegert 23

89173 Lonsee-Radelstetten

Telefon: 07336 5661

 

89188 Merklingen:

Georg FINK

Hahnenweiler 10

89188 Merklingen

Telefon: 07337 302

 

89173 Halzhausen und Sinabronn sowie 89198 Westerstetten:

Andreas RUDOLF

Reutestraße 31

89173 Lonsee-Halzhausen

Telefon: 07336 6732

E-Mail: alblonetalimker(at)web.de